Wednesday, February 25, 2015

Nur noch Modeketten können sich die Mieten leisten

Der Kleiderladen Booster war einst Zürichs erste Adresse für Punks und Rocker. Heute verkauft er Mode für Nostalgiker und Umweltbewusste. Die Gründerfamilie blickt auf fast 40 Jahre bewegte Geschichte zurück.

1976 eröffneten Pierre (69) und Irene (66) Montandon an der Stüssihofstatt 6 im Zürcher Niederdorf den Kleider- und Schuhladen Booster. Heute führen drei ihrer vier Kinder das Geschäft: Marina (37), Marlonne (33) und Roc (28). Der Booster war lange Zeit die erste Modeadresse für Punks und Teddys in Zürich. Auch heute prägen die Stile der Jugendkulturen der 50er- bis 1970er-Jahre das Angebot.

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Wer über das Dörfli herrscht

670 Gebäude, 769 Eigentümer: Die Macht im Nieder- und Oberdorf ist zersplittert. Mit einer Ausnahme.

Das Dörfli ist ein Quartier ohne König. Niemand hat hier Macht anhäufen können, kein Einzelner kontrolliert mehr als ein halbes Dutzend Häuser. Das zeigt eine TA-Auswertung, die auf anonymisierten Grundbuchdaten basiert. 769 Eigentümer teilen sich 670 Gebäude, die von Central, Limmatquai, Bellevue und Seilergraben eingegrenzt sind. Wenn es jemanden gibt, der das Ober- und Niederdorf regiert, dann ist es die Stadt Zürich selbst: Sie ist an 138 Gebäuden beteiligt. Ansonsten gleicht die Gegend rechts der Limmat einem Flickenteppich aus Kleingrundbesitzern – Private, Gewerbler, Familien-AGs, Zünfte und Studentenverbindungen, gemeinnützige Institutionen – und immer mehr auch grossen Investoren: Banken, Pensionskassen, Immobiliengesellschaften.

tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Wer-ueber-das-Doerfli-herrscht

Monday, February 23, 2015

Zürich galoppiert voraus bei den Zonen für preisgünstiges Wohnen

Der Gemeinderat will vorwärtsmachen und Zonen für preisgünstigen Wohnraum schaffen. Die im September beschlossene Gesetzesänderung soll kommunal umgesetzt werden, bevor die entsprechenden kantonalen Bestimmungen vorliegen.


tox. Ende September stimmte das Zürchervolk einer Gesetzesänderung zu, die den Gemeinden mehr Planungsfreiheit bei der Schaffung von preisgünstigem Wohnraum gewährt. Sie dürfen bei Aufzonungen dafür Mindestanteile festlegen. Wie dies genau funktionieren soll, ist noch nicht klar. Dazu muss der Regierungsrat nun Ausführungsbestimmungen erlassen.


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1. Mai auf dem Sechseläutenplatz

Schlusskundgebung trotz Grossbaustelle

Die 1.-Mai-Schlusskundgebung findet auch in diesem Jahr auf dem Zürcher Sechseläutenplatz statt. Trotz Grossbaustelle und Volksinitiative für einen freieren Platz einigten sich Organisatoren und die Stadt darauf.


Im Frühling fahren am Zürcher Bellevue die Bagger auf, und einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt verwandelt sich in eine Grossbaustelle. Zwischen April und November 2015 wird die zweite Etappe der vor acht Jahren begonnenen Erneuerungsarbeiten realisiert. Im Abschnitt Quaibrücke bis Bellevueplatz sowie im Bereich Quaibrücke/Bürkliplatz stehen umfangreiche Tiefbau- und Gleisarbeiten an. Mehrere Grossveranstaltungen mussten deswegen verschoben werden, unter anderem das Theaterspektakel und die Street Parade. Frohlocken kann dagegen das 1.-Mai-Komitee.

nzz.ch/zuerich/stadt-zuerich/schlusskundgebung-trotz-grossbaustelle-1

400 günstige Wohnungen


400 günstige Wohnungen in Zürich-Nord. Die Stadt will in Leutschenbach-Mitte eine Siedlung für 1000 Einwohner bauen – davon für bis zu 40 Prozent Kinder.


Die Stadt hat heute Montag ihr Bauprojekt für die Wohnsiedlung Leutschenbach-Mitte vorgestellt. Diese soll 2021 bezogen werden. 2018 entscheidet das Volk über den erforderlichen Kredit.

Das Projekt ist aus einem Architekturwettbewerb entsprungen. Gefragt waren 400 Wohnungen mit knappen, einfachen Grundrissen und reduzierten Grössen. Andreas Feurer Architektur (Zürich) und das Atelier Oriri Landschaftsarchitekten aus Kehrsiten haben die Aufgabe nach Meinung der Jury «optimal» erfüllt: Die Grundrisse überzeugen mit ihrer Organisation und ihrer räumlichen Vielfalt und sind alltagstauglich. Auch die Suk-ähnliche Gestaltung des Innenhofs überzeugte.

Die Siedlung wird auf dem Heineken-Areal vis-à-vis des Leutschenparks gebaut, wo sich gegenwärtig eine temporäre Wohnsiedlung für Asylsuchende befindet. Die Hälfte der Wohnungen hat vier Zimmer. 1000 Bewohnerinnen und Bewohner werden erwartet, davon 30 bis 40 Prozent Kinder. Deshalb wird die Siedlung auch einen Hort und einen Kindergarten haben sowie Gemeinschafts- und Gewerberäume, Cluster- und Atelierwohnungen. Ein Drittel der 400 Wohnungen ist subventioniert.



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Wednesday, February 11, 2015

Die kleine Schwester der Europaallee

Nach der Europaallee überbauen die SBB auch die Nordflanke des Zürcher Gleisfelds. Es entstehen Wohnungen mit Blick aufs «Gleismeer» und Büroflächen, allerdings etwas weniger mächtige als auf der Südseite. Im Jahr 2017 sollen die Bagger auffahren.

Mit ihrem Prestigeprojekt Europaallee auf der Südseite des Zürcher Hauptbahnhofs ernten die SBB im rot-grünen Zürich nicht nur Applaus. Die Verantwortlichen der Bahn müssen sich immer wieder anhören, sie hätten einzig Profitmaximierung im Sinn. Die Planung der Nordflanke des Zürcher Gleisfelds ist nun etwas bescheidener ausgefallen.
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Kein Kulturzentrum in der Villa Sihlberg

Die leidvolle Umbau-Geschichte der prachtvollen Villa Sihlberg in Zürich ist um ein Kapitel reicher: Die Stadt verlangt den Rückbau all jener Bauten, die ohne Bewilligung erstellt worden sind, und droht mit Zwangsmassnahmen.

In Zürich werden Baugesuche nur noch ganz selten formell verweigert. Meist sucht man das Gespräch mit der Bauherrschaft und zeigt schon von vornherein klar auf, was bewilligungsfähig ist und was nicht. Das wurde im Fall der Villa Sihlberg auch versucht – allerdings mit eher mässigem Erfolg. Seit Mitte 2012 haben sich die Gespräche um den Umbau zu einem Kultur- und Kongresszentrum nun hingezogen, doch Edgar Schwyn, der Besitzer des Hauses, lenkte in wichtigen Punkten nicht ein. Immerhin reichte er ein zweites Baugesuch nach, das den Umbau zu einem kleineren Veranstaltungsort vorsieht.
nzz.ch/zuerich/stadt-zuerich/kein-kulturzentrum-in-der-villa-sihlberg

Wo Zürich wachsen soll

Der Regierungsrat zeigt auf, wo und wie der Kanton in den nächsten Jahrzehnten wachsen soll. Mit sieben Strategien will er verhindern, dass der Kanton Zürich zu einem Siedlungsbrei verkommt.

Wenn drei Regierungsräte gleichzeitig vor die Medien treten, ist Wahlkampf – oder sie haben etwas wirklich Wichtiges zu sagen. Gestern galt ­beides. Baudirektor Markus Kägi (SVP), Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) und Martin Graf (Grüne), der Direktor der Justiz und des Inneren, stellten «LaRES» vor, die Langfristige Raumentwicklungsstrategie für den Kanton Zürich. Kägi stellte anfangs die «Schlüsselfrage»:

«Wie können wir das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum nutzen, um die hohe Standort- und Lebensqualität weiterzuent­wickeln, die den Kanton Zürich heute auszeichnet?»

Gleich wurde klar: Wir erhalten eine Lektion in positivem Denken. So sprach Martin Graf nicht über Dichtestress, sondern über Dichtetoleranz. Probleme gibt es nicht, nur Herausforderungen.

280'000 Einwohner mehr