Das Wasser sprudelt im einsamen Wald statt auf dem SchulhofIn welchen von Zürichs Brunnen läuft Wasser und in welchen nicht? Auf der Suche nach einer logischen Antwort kapiert man vor allem eines: Zürichs Stadtverwaltung ist nicht leicht zu durchschauen.
Zürich hält vermutlich den Weltrekord für Wasserpreise: In einem Take-away zahlt man bis zu 5 Franken für eine PET-Flasche. Das ist nicht weiter schlimm, da in der Innenstadt aus vielen Brunnen gratis Trinkwasser sprudelt. Doch nicht überall ist die Limmatstadt so grosszügig mit ihrem köstlichen Nass, wie manche Bewohner des Quartiers Höngg berichten. Im Oberstufenschulhaus Lachenzelg beispielsweise gibt es ein beliebtes Fussballfeld. Auch an Wochenenden und in den Schulferien herrscht dort Hochbetrieb. Auf dem Schulhausareal stehen vier Brunnen. Den durstigen Fussballerinnen und Fussballern hilft das allerdings nicht viel, denn abends und an den Wochenenden fliesst aus keinem einzigen Wasser.
Kein Wunder, haben sich im Hitzesommer 2015 regelmässig Schlangen gebildet vor den privaten Nachbarhäusern. Dort gibt es Hahnen, gedacht für den Gartenschlauch, an denen sich die Kinder erfrischen können.
So richtig wundern tun sich jene Anwohner, die in der Freizeit joggen gehen. Mitten im Wald oberhalb von Höngg, an der Ecke Huberwiesenstrasse/Bergholzweg, steht ein Brunnen, der – im Gegensatz zu den Schulhausbrunnen – immer läuft: an Wochenenden, während der Ferienzeit, selbst bei Schneefall im Januar. Man sieht dort zwar niemanden trinken, aber der Waldbrunnen läuft.